„Wir brauchen einen Kulturwandel in unserer Afrikapolitik. Er muss den historischen Umbrüchen auf dem Kontinent Rechnung tragen und dessen globale Bedeutung endlich ernst nehmen.“

Horst Köhler

Afrika

Die Menschheit steht vor einer historischen Herausforderung. Ihre Zukunft hängt davon ab, wie sich der zweitgrößte Kontinent der Erde entwickelt: Afrika. Denn die Bevölkerung auf dem Kontinent wächst rasant. Bis 2050 wird sie sich auf zwei Milliarden verdoppeln. Und schon jetzt hat der Kontinent die weltweit jüngste Bevölkerung. Über die Hälfte der Afrikaner sind 18 Jahre oder jünger.


Perspektiven für die Jugend öffnen

Die Menschen in Afrika brauchen Perspektiven. Das gilt vor allem für die Jugend. Dafür muss die Wirtschaft wachsen, Arbeitsplätze müssen entstehen – und zwar in historisch einmaligem Ausmaß. Junge Menschen müssen sich am politischen Prozess beteiligen und beteiligt werden.

Die Chancen für all dies sind zweifelsfrei vorhanden. Afrika ist ein Kontinent in Bewegung und ein Kontinent reich an Ressourcen und an Ideen. Um seine Potenziale zu entfalten, ist vor allem die Eigenverantwortung der afrikanischen Regierungen und Zivilgesellschaften gefragt: Sie müssen Rechtsstaatlichkeit, Bildung, den Aufbau von Infrastruktur und die Diversifizierung der Wirtschaft ernsthaft anpacken.

 

Europa trägt Verantwortung

Gleichzeitig braucht es globale Rahmenbedingungen, die Afrika dabei helfen, auf eigenen wirtschaftlichen Füßen zu stehen. Das globale Handelssystem muss Entwicklungsländern eine faire Chance geben. Die internationale Steuer- und Finanzpolitik muss gerechter werden. Der Klimawandel muss ernsthaft bekämpft werden, denn seine Folgen treffen Afrika schon heute. Europa und auch Deutschland tragen für all das eine besondere Verantwortung.

Mit Europa ist Afrika sowohl geographisch als auch historisch in besonderer Weise verbunden. Afrikas Aufstieg bietet vor allem dem direkten Nachbarn Europa die größten Chancen. Gleichzeitig liegen in Afrikas Entwicklungsproblemen vor allem für Europa große Risiken. Deshalb braucht es eine neue strategische Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten.

Ausgewählte Reden zum Thema

Horst Köhler with filmmaker-screenwriter Rama Thiaw and Senegalese rap group ‘Y’en a marre!’ Former Nigerian President Obasanjo and former Federal President Horst Köhler in conversation, Addis Abeba, April 2016 (Munich Security Conference, photo by Michael Kuhlmann). Horst Köhler delivers a speech at the 15th International Economic Forum on Africa, Berlin, September 2015 (OECD Development Center, photo by Frederic Schweizer, Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic license (CC BZ-NC-ND 2.0), https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/).

„Ich möchte, dass wir vor allem das gigantische Potenzial sehen, das in dieser Jugend steckt.“

Horst Köhler, 4 Thesen zu Afrika, 26.3.2015

Zur Rede

„Es geht um die Ahnung, dass viele koloniale und post-koloniale Einstellungen noch heute weiterleben, mal unbewusst schlummernd, mal schamlos offen. Afrika als Objekt zu sehen und zu behandeln, haben wir das wirklich überwunden?“

Horst Köhler, Von der Unmöglichkeit, über Afrika zu sprechen, 18.3.2014

Zur Rede

„Die deutsche Wirtschaft mit ihrer starken industriellen Kompetenz ist der geborene Partner für Afrika, um dort die notwendige Diversifikation und Transformation der afrikanischen Volkswirtschaften voranzubringen.“

Horst Köhler, Für eine neue Kultur der Zusammenarbeit mit Afrika, 16.3.2016

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