„Wir können die große Transformation und den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Welt zur neuen Geschichte Europas machen.“

Horst Köhler

Nachhaltigkeit & Transformation

Die Menschheit steht im 21. Jahrhundert vor zwei historischen Aufgaben: die extreme Armut auszurotten und die natürlichen Lebensgrundlagen des Planeten zu erhalten. Das eine darf nicht auf Kosten des anderen gehen. Deshalb brauchen wir eine Transformation unserer Wirtschaften und Gesellschaften – nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern vor allem auch in den Industrieländern. Denn der westliche Lebensstil ist so ressourcenintensiv, dass er nicht auf die gesamte Weltbevölkerung übertragen werden kann.


Preise, die die Wahrheit sagen

Eine nachhaltige Wirtschaft, die allen Menschen die Chance auf Wohlstand bietet, braucht Wandel in vielen Bereichen. Zum Beispiel muss Energie viel effizienter produziert und genutzt werden als jetzt. Zudem muss die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen, insbesondere vom Öl, massiv sinken. Das kann gelingen, wenn Preise die tatsächlichen ökologischen Kosten widerspiegeln. Der Klimawandel beispielsweise lässt sich ohne einen effektiven Preis für CO2 nicht bekämpfen.

All dies braucht ein neues Nachdenken über Wachstum und Wohlstand. Wir brauchen ein ehrliches, verantwortliches Wachstumsmodell, das wir uns mit den finanziellen und natürlichen Ressourcen, die unserer Generation zur Verfügung stehen, wirklich leisten können. Dazu gehört auch die Frage, was wirklich Glück und Lebenszufriedenheit stiftet.

 

Chance, nicht Bedrohung

Die Aussichten auf den Erfolg einer großen Transformation sind nicht schlecht. Mit der „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen und dem Pariser Klimavertrag haben sich die Staaten dieser Welt im Jahr 2015 auf Ziele und Umfang der Transformation geeinigt. Jetzt müssen Taten folgen. Wenn die richtigen Weichen gestellt werden, setzen sie Kreativität und Innovationen frei, die auch Europa wieder in Schwung bringen können.

Ausgewählte Reden zum Thema

Auf der Abschlussveranstaltung der Afrika-Tage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Berlin, März 2014 (Quelle: BMBF, Jessica Wahl / Wahluniversum). Horst Köhler im Gespräch mit der Jungen DGAP, Berlin, April 2016 (Quelle: Junge DGAP, Fotograf: Dirk Enters). Bundespräsident a. D. Horst Koehler in Berlin (Foto: Dennis Williamson)

„Und an dieser Stelle lügt sich der freie Markt derzeit ganz schön in die eigene Tasche. Denn wir leben ja in einer globalen Externalisierungsökonomie, die die wahren sozialen und ökologischen Kosten von Produktion auf andere Erdteile und zukünftige Generationen auslagert. Mit freiem Wettbewerb hat das wenig zu tun.“

Horst Köhler, Die große Transformation in Zeiten des Unbehagens, 08.12.2017

Zur Rede

„Es geht also nicht darum, Wachstum pauschal zu verteufeln. Es geht vielmehr um die zwei Fragen: Was soll wachsen – und wo soll es wachsen?“

Horst Köhler, Braucht die Weltwirtschaft eine neue Vision?, 04.5.2017.

Zur Rede

„Ich glaube immer noch an ein mutiges Europa, das mit seiner Transformation und einem starken Beitrag in der Post-2015 Agenda beweisen kann, dass es weiterhin Avantgarde ist..“

Horst Köhler, Nachhaltigkeit als Überlebensbedingung der Menschheit: Die Post-2015 Agenda der Vereinten Nationen, 28.11.2014.

Zur Rede